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Obwohl die Bundesregierung vor zehn Jahren den Tierschutz in die Verfassung aufgenommen hat, gibt es noch immer keine merkbaren Verbesserungen – weder in der Landwirtschaft, noch bei der Anzahl der Tierversuche in der Forschung. „Die Zahl der bei Versuchen verwendeten Tiere ist in Deutschland in diesen zehn Jahren um knapp eine Million gestiegen“, beklagt  Simone Brand, Sprecherin für Tierschutz, Verbraucherschutz und Landwirtschaft der Piratenfraktion im Landtag NRW. „Von dem Versprechen der Forschung auf alternative Methoden zu setzen, ist nicht viel zu merken. Anscheinend werden hier von Seiten der Regierung nicht die richtigen Anreize gesetzt.“ Die drastisch gestiegene Zahl an Tierversuchen erscheine besonders dramatisch, weil sich die Zweifel etablierter Wissenschaftler daran mehren, inwieweit die gewonnenen Daten wirklich auf den Menschen übertragbar sind.

In der Landwirtschaft haben sich die Tierhaltungsbedingungen inzwischen derart verschlechtert, dass resistente Krankheitserreger und verletzte Tiere bei Weitem keine Ausnahme mehr sind. „Die Tiere werden aus rein wirtschaftlichen Gründen auf engstem Raum gehalten. Der Zustand ist nicht nur für die Tiere eine Quälerei, sondern bedeutet auch ein großes Infektionsrisiko für uns Verbraucher“, sagt Brand. „Die etablierten Parteien scheinen es hier mit Verfassungszielen nicht ganz ernst zu meinen.“

Alleine 2011 wurden in der industriellen Landwirtschaft 1.734 Tonnen Antibiotika verabreicht. Aufgrund der Enge in den Ställen ist es kaum noch möglich, infizierte Tiere gezielt zu behandeln. Immer häufiger greifen Landwirte daher darauf zurück, alle Tiere routinemäßig mit Antibiotika zu versorgen. „Regelmäßige und flächendenkende Kontrollen wären angebracht, doch die überwachenden Behörden sind chronisch unterfinanziert. Es fehlt schlicht und ergreifend das nötige Personal. Ein landwirtschaftlicher Betrieb in NRW wird im Schnitt nur alle zehn Jahre überprüft“, so Brand. „Deutschland war das erste EU-Land, das den Tierschutz zum Staatsziel gemacht hat. Diesen positiven Ansatz sollten wir zügig und konsequent weiterführen.“

Verantwortlich für diese Pressemitteilung: Piratenfraktion im Landtag NRW, Pressesprecher Ingo Schneider, presse [ at ] piratenfraktion-nrw.de

Ein Kommentar an “10 Jahre Tierschutz: Den Tieren geht es schlechter als je zuvor”

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